Tag 2
Tag 2
Frühstück kann so geil sein…
Leider kann ich es nicht mehr auf eine bestimmte Urzeit herunterbrechen, aber am zweiten Tag unserer Reise wurde ich wach und konnte es kaum erwarten loszudackeln. Also ging es los. Für das Frühstück hatten wir den Westway Diner eingeplant. Dieser ist nicht weit vom Hotel entfernt und somit waren wir recht schnell dort.
Wir bestellten uns beide das gleiche – oder zumindest etwas sehr ähnliches: Bratkartoffeln, Toast mit Spiegelei und dazu gekochter Schinken, bzw. Bacon. Dazu Kaffee und O-Saft. Das Glas Wasser gibt es ja so oder so überall gratis und ungefragt dazu – GENIAL. Ich kann mich nicht erinnern, je so fürstlich gefrühstückt zu haben. Und in New York ist das scheinbar Standard.
Wir hatten übrigens ein gutes Timing. Ab einer bestimmten Uhrzeit, irgendwann zwischen 8 und 9 Uhr morgens, werden die Diner und Bäckereien echt voll, wie wir in den kommenden Tagen auch merken werden. Aber wie gesagt, wir hatten Glück und der Service war hervorragend und extrem bemüht. Da gibt man doch gerne Trinkgeld.
New York entdecken.
Jetzt wollte ich aber auch endlich mehr von New York sehen. An dieser Stelle war erstmal eine Bus Tour geplant. Gebucht hatten wir im Vorfeld schon die Downtown-Route bei Big Bus. Allerdings, bedingt durch die restliche Tagesplanung etwas tricky.
Wir schlenderten also mit gut gefüllten Mägen Richtung Times Square. Dort liegt eine der Haltestellen des Rundkurses. Auf dem Weg dorthin wurden wir von vielen angeblichen Promotern angesprochen, ob wir nicht noch Tickets bräuchten. Da man leider nicht feststellen kann, ob diese nun echt oder fake sind, würde ich jedem dringend abraten, irgendwas bei denen zu kaufen. Kauft Tickets nur direkt bei der Attraktion selbst oder online. Die Angebote der Street-Dealer scheinen zwar günstig zu sein, doch bekommt man am Ende nichts dafür. In den nächsten Tagen wollte uns jemand in augenscheinlicher Dienstuniform ein Ticket für etwas verkaufen, was so oder so immer gratis ist. Also aufpassen.
Die Haltestelle von Big Bus war also erreicht. Dort erwartete uns schon jemand, der unsere Tickets scannte. Nun mussten wir warten, denn der Bus hatte Verspätung. Als er endlich kam, war der Andrang extrem hoch, obwohl es Anfang März war und auch noch früh am Tag. Ärgerlich, dass wir uns deshalb trennen mussten. Der Tour Guide hatte Erbarmen mit mir, weil ich ja Fotos machen wollte und quetschte mich noch oben rein. Vanni musste zunächst unten bleiben, konnte dann aber später auch nach oben, als der Bus sich leerte. Der Guide war echt super drauf. Er erklärte alles, wo wir vorbeifuhren und riss einen Witz nach dem anderen. Wirklich amüsant. Auch gab er Geheimtipps und erzählte, was man unbedingt in New York machen müsse und was auf keinen Fall.
An Haltestelle 13 von 16 stiegen wir wieder aus. Hier standen wir direkt an Pier 83. Als nächsten Punkt unserer heutigen Entdeckungstour stand eine Fährfahrt an. Circle Lines bietet hier mehrere Touren an. Wir machten, die große – also einmal komplett um die ganze Insel. Mit dem Vorher gebuchten City Pass geht das alles so einfach. Handy hinhalten und fertig. Manchmal muss man ein paar Dollar nachzahlen. Zum Beispiel Gebühren oder wenn man sein Angebot erweitern will. Das Schiff war angenehm leer. Oben an Deck war kaum jemand. Wir schon. Noch war es eigentlich recht angenehm. Dies sollte sich allerdings gegen Ende der Fahrt ändern. All die großartigen Bilder der Skyline konnten wir nun mit eigenen Augen sehen. Und dazu noch viel mehr, was sonst nicht so auf Bilder zu sehen ist. Zunächst führen wir den Hudson gen Süden Richtung Liberty Island. Wir begrüßten die Freiheitsstatue aus wenigen Metern Entfernung und fuhren dann wieder Richtung Norden, allerdings auf dem East River. Zuerst unter der Brooklyn Bridge, dann unter der Manhattan Bridge und, last but not least, unter der Williamsburg Bridge her. Es folgten noch zig weitere, eher unbekanntere Brücken. Die Queensboro, oder wieder auf dem Hudson River, die George Washington Bridge zählen wohl zu den bekannteren.
Auf den letzten Kilometern der Fährfahrt wurde das Wetter leider schlechter. Kurz vor dem Anlegen an Pier 83 war die Wolkendecke zu und es fing leider an zu regnen. Der Wind auf dem Schiff blies schon recht eisig. Aber es war halt Anfang März, statistisch der Monat mit dem schlechtesten Wetter im ganzen Jahr in New York. Egal, die Fahrt war toll, wie haben gefühlte 2,4 Millionen Bilder gemacht und waren zufrieden. Das Bud Light aus dem Schiffs Kiosk hat dabei geholfen 😉
Regen – na und?
Also wie gesagt, dafür, dass wir im März in New York waren, hatten wir echt Glück mit dem Wetter. Wir hatten an zwei Nachmittagen etwas Regen. Ansonsten immer Sonne und sogar teilweise knapp über 20 Grad Celsius.
Nun ging es zu Fuß weiter. Der Anfang des High Line Parks ist nicht weit vom Anleger entfernt. Am Anfang des Parks, einer ehemaligen Hochbahn, kann man auf einen Metro-Abstellplatz schauen. Beeindruckend. Wenn man über die abgestellten Züge hinwegschaut, befindet sich dahinter in den Hudson Yards das relativ neue „The Vessel“ in der Hochhausschlucht. Wir gingen also um diesen Abstellbahnhof herum und vorübergehend von der Hochbahn runter. Direkt am Vessel ist einer von vielen Auf- und Abgänge des High Line Parks. Der Zutritt zu dieser Attraktion ist übrigens kostenlos. Allerdings sollte man sich im Vorfeld auf der entsprechenden Webseite eine kostenlose Reservierung besorgen. Das ist ein Zeitfenster von einer Stunde, in der dann gewährleistet ist, dass man das Vessel betreten kann, egal wie viele Leute sich davor drängeln.
Zu diesem Zeitpunkt regnete es noch immer. Trotzdem kletterten wir dieses merkwürdige Konstrukt rauf und wieder runter und machten unsere Bilder. Eigentlich war geplant, direkt danach wieder auf die High Line zu gehen, doch wegen des Regens flitzen wir kurz rüber in ein Einkaufszentrum „The Shops and Restaurants at Hudson Yards“. Dort war alles ganz fein und edel. Irgendwie hatte dort jeder einen Anzug oder schicke Kleider. Wir fühlten uns etwas fehl am Platze. Nur ganz vereinzelt war mal jemand leger gekleidet. Puh, wir waren nicht die einzigen „Asis“ 🙂
Irgendwie latschten wir durch dieses riesige Gebäude und landeten irgendwann im Keller oder Erdgeschoss, wo wir vor einem spanischen Food Market standen, dem Mercado Little Spain. Wir gingen staunend hindurch, Spanien mitten in New York. Also wir von dort wieder auf die Straße gingen, hatte es bereits wieder aufgehört zu regnen und unsere Klamotten war wieder getrocknet. Und praktischerweise war am Ausgang des Little Spain direkt ein Aufgang zur Highline. Also schlenderten wir wie geplant weiter auf der High Line entlang und entdeckten tolle Kunstwerke, spektakuläre Blicke auf die Straßen New Yorks, aber auch echt ranzige, ungepflegte Gebäude. Aber selbst letzteres hat hier seinen besonderen Charme und ist definitiv sehenswert.
Da wir Hunger bekommen, verlassen wir die High Line auf Höhe der 20th. Der Plan sah eigentlich so aus, den Park bis zum Ende zu laufen, doch wenn der kleine Hunger ruft… naja, man kennts. Nur zwei Blocks vom Abgang entfernt, war eine Burgerschmiede namens Bareburger. Keiner Frage was wir dort gegessen haben, oder? Genau! Burger 😉 . Auch hier waren die Burger fantastisch. Beim schreiben dieser Zeilen läuft mir schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Also schnell Themawechsel. Aber vorher noch ein „Übrigens“: Die Gastronomie in New York unterliegt einem Ranking. A, B und C können vergeben werden.Man sollte also möglichst ein A im Fenster des Ladens sehen. B und C gehen natürlich auch. Allerdings nimmt man es dort nicht so genau mit der Sauberkeit.
Pendeln wie ein New Yorker
In der Vorbereitung haben wir uns viele Gedanken über die Fortbewegung in New York gemacht. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Bus, U-Bahn, Taxi, Uber, Fahrrad, Rikschas und so weiter. Gewonnen hat die Metro, also die U-Bahn. New York hat ein fantastischen Metro Netz und man kommt easy in die letzte Ecke dieser riesigen Stadt.
Vollgefuttert liefen wir also zur nächsten Metro Station und kauften die für uns sinnvollsten Tickets, eine Woche Flatrate Metro quasi. Soviel wir wollen, wann wir wollen, wo wir wollen. Für Noobs ist das System vielleicht schwierig zu verstehen. Aber mit der Metro Übersichtskarte ist es wirklich easy. Einfach die Linie aussuchen, die zum gewünschten Ziel fährt, den Endpunkt dieser Linie merken und mit der Beschilderung in der Station vergleichen. Dort steht nämlich immer die Linie und die Richtung in Form der Endstation.
Nun wir fuhren also zum Times Square zurück und liefen von dort die zwei Blocks zum Hotel zurück. Aus dem Hotelzimmer machten wir dann noch ein paar Langzeitbelichtungen vom Empire State Building und der Straße und ließen uns dann wieder vom US-TV in den Schlaf sabbeln.